Reisebericht Slowenien
In Bovec richteten wir uns für zwei Nächte auf einem Zeltplatz ein. Das Wetter war toll, Sonnenschein und warm auch als es schon dunkel wurde. Aus diesem Grund,
holten wir unseren mobilen Grill aus dem KaWa* und brieten zwei saftige Steak als Nachtessen. Am nächsten Tag wanderten wir in der Umgebung von Bovec und
dem türkisfarbenen Fluss Soča entlang. Nach der zweiten Nacht fuhren wir entlang der Soča weiter und besuchten in Kobarid eine Gedenkstätte mit über
7000 Gebeinen von gefallenen Soldaten, in der Nähe des Städtchen Tolmin den Tolminer Klammen (Schlucht, Flüsse, Hängebrücken) und
die Dantehöhle im Triglav Nationalpark. Auf der Weiterfahrt stoppten wir, um die
Brücke von Solkan zu bestaunen. Sie hat einen Steinbogen mit 85 Meter Spannweite und soll der grösste Europas sein.
In der Nähe von Nova Gorica fuhren wir auf den Zeltplatz. Da es den ganzen Tag regnerisch und kälter geworden war, gönnten wir uns ein echtes Schweizer Raclette
(mit Käse aus der Schweiz) zum Znacht. Am nächsten Tag fuhren wir weiter südlich und machten Zwischenstopps in Stanjel, Goče und Lipica.
Stanjel ist ein kleines Dörfchen mit einer Burg auf einem Hügel. Wir spazierten durch schmale Gassen an alten aber gut erhaltenen Häusern vorbei.
In Goče durften wir bei einem Weinbauern vor seinem Gebäude parkieren. Das Dorf ist so klein und mit engen Gassen, dass für Besucher (wenn sich mal
jemand dahin verirrt) kaum Parkplätze vorhanden sind. Er zeigte uns die Bottiche mit den frischen Merlot Trauben und seinen Weinkeller mit den Metall- und Holzfässern.
Wir durften von allen Weinsorten degustieren und da der Wein noch sehr jung war, hatten wir das Gefühl, wir tranken Sirup. In Lipica schauten wir einige weisse Pferde
auf der Weide an, für eine Führung durch das ganze Gelände fehlte uns dann doch das Interesse. Für diese Nacht richteten wir uns auf dem Zeltplatz
bei Škoflje ein.
Nach dem Morgenessen (Toast, Spiegeleier, Aufschnitt, Käse, Butter, Konfi, Honig und Kaffee/Tee) fuhren wir zu der Škocjanske Höhle (gelistet auf der World Heritage ).
Diese hat wenig Stalaktiten und Stalagmiten, dafür sehr grosse und eindrückliche "Säle". Der grösste ist etwa 300 Meter lang und bis 140 Meter hoch.
Wir überquerten eine Brücke 45 Meter über dem Fluss. Bedenke, dass dies alles in einer Höhle und nicht irgendwo im freien ist. Auf der Weiterfahrt
wollten wir die Burg Prem besuchen, diese ist jedoch nur am Wochenende offen. Bei Postojna stellten wir unseren Duke** auf dem Zeltplatz ab und nach den üblichen Ankunftsarbeiten
(Strom anschliessen, "wo ist was" und eventuell Wasser bunkern) war Wäsche waschen angesagt.
Am nächsten Tag besuchten wir die Sehenswürdigkeiten in der Umgebung:
Adelsberggrotte (Postojna Jama): zwei Kilometer mit einem kleinen Elektro-Zug in den Berg, einen Kilometer laufen und danach wieder mit dem Zug hinaus. Schöne Höhle
mit vielen Stalaktiten und Stalagmiten.
Proteus Cave: ist ein Vivarium mit diversen Höhlenbewohnern, Käfer, Wasserflöhe etc. und dem eigenartigen
Grottenolm
Predjama grad: Burg die in eine Felshöhle gebaut wurde. Darunter gibt es ebenfalls eine Höhle die besichtigt werden kann. Da diese keinen Strom hat, bekommen
die Besucher elektrische Lampen. Hier sahen wir viele Fledermäuse.
Am nächsten Tag fuhren wir weiter Richtung Idrija. Den ersten Halt machten wir in I.Bela an einem kleinen See im Wald. Wir luden die Velos ab und fuhren einem Bach entlang
durch den Wald und wieder zurück zum Camper. In Idrija besuchten wir das Schloss, diverse Klöppel-Läden und das grösste Holzwasserrad Europas.
Es hat einen Durchmesser von 13 Meter. Das Highlight ist die Besichtigung der Quecksilbermine. Zuerst wurde ein Film über das Leben der Minenarbeiter und ihren Familien gezeigt,
danach ging es durch einen Stollen aus dem 15. Jahrhundert in den
Berg.
Die Nacht verbrachten wir auf dem Parkplatz bei einem Restaurant. Wir wollen das Partisanenspital besuchen, jedoch ist kein Zeltplatz in der Nähe. Zum Glück
hatte niemand etwas dagegen und so besuchten wir am anderen Tag ausgeruht das Lazarett aus dem 2.Weltkrieg.
Der nächste Halt war Škofja Loka, ein mittelalterlichen Städtchen mit einer Burg. Diese und die Autofreie Zone des Städtchens besuchten wir und genossen in einer
Gartenwirtschaft das schöne Wetter. Nach Food Shopping und einer weiteren Passüberquerung (1287 M.ü.M.) erreichten wir den Zeltplatz in Ukanc am Bohinjsko See.
Am darauf folgenden Tag wanderten wir zum Wasserfall (2.50 € Eintritt) und etwa zwei Drittel um den See (18 Kilometer). In Ribčev Laz genehmigten wir uns eine
Glace und bestiegen das Boot zurück auf den Zeltplatz. Nach dem ausgiebigen Frühstück (diesmal mit Jogurt) und Abwasch, liessen wir uns von der Seilbahn
zum Skihotel Vogel (1535 M.ü.M.) hinauffahren. Trotz der grauen Wolken sahen wir die Berge (inkl. Triglav) und den See im Tal. Das gratis WiFi im Bergrestaurant
wurde benutzt um die neusten Fotos aufs Internet zu laden.
Mit mehreren Zwischenstopps in kleinen Dörfern und der Besuch eines Bauernmuseums, erreichten wir Bled. Teile der Ortschaft sind "voll touristisch", andere jedoch
schön und sehenswert. Mit dem Velo fuhren wir um den See, mit einem Abstecher zur
Vintgar Schlucht
(ca. 2 Stunden Spaziergang), und den zweiten Abstecher zur Burg Bled. Zurück in Bled genossen wir den berühmten Cream Cake,
bei uns Cremeschnitte genannt. Danach weiter am See entlang zurück zum Zeltplatz (Total ca. 15 Kilometer).
Am nächsten Tag hiess es Abschiednehmen von Slowenien. Nochmals Einkaufen und dann über den Ljubelj Pass (1367 M.ü.M.) nach Österreich.
In Maurach am Achensee verbrachten wir eine Nacht auf dem Zeltplatz und danach fuhren wir direkt nach Hause.
Generell: Slowenien ist sehr sauber, die Leute in der Tourismusbranche sprechen deutsch, italienisch und englisch. Wir haben bei unseren Restaurant besuchen
einheimische Gerichte gegessen und sind nicht enttäuscht worden. Die Währung ist Euro und generell ist alles günstiger als bei uns in der Schweiz.
*KaWa = Kastenwagen, dies beschreibt die Art des Campers.
**Duke = Name unseres Campers.
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